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Neuigkeiten

Ganz großes Theater

Verein „Nele und Hanns Bittmann“ lädt Kinder ein

Von Katharina Redanz

Theater

Aachen. Baris ist etwas enttäuscht, als er hört, dass es im Theater keine Chips gibt. Auch als er hört, dass kein Film gezeigt wird, sondern Leute auf einer Bühne spielen, weiß er nicht, was er dazu sagen soll und noch weniger, was ihn erwartet. Der sechsjährige Schüler der KGS Passstraße ist zum ersten Mal im Theater, und zwar mit seiner ganzen Schule. Ermöglicht hat dies der Aachener Verein „Nele und Hanns Bittmann“.

Bereits zum sechsten Mal lud der Hilfsfonds für Kinder in Not in der Region Aachen mehrere Grundschulen, Kindergärten und Einrichtungen zum Weihnachtsstück in das Stadttheater ein – dieses Jahr erstmals für zwei Stücke. 850 Karten für das Familienstück „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ wurden unter anderem an die KGS Passstraße, die GGS Driescher Hof und den Kinderschutzbund verteilt. Weitere 150 Kinder verschiedener Kitas und Betreuungsvereine durften in der Kammer die Abenteuer des kleinen Wassermanns nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler verfolgen.

„Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Kindern in Not zu helfen“, erklärt der Geschäftsführer des Vereins, Frank Prömpeler. Dabei sei Not vielschichtig und nicht nur finanziell zu verstehen. Viele Kinder würden sonst niemals ins Theater gehen, erklärt Prömpeler, nicht nur aus Kostengründen. „Wir können den Kindern mit dieser Aktion einen schönen Nachmittag schenken; sie können in dicken Polstersesseln sitzen und die Atmosphäre eines solchen Hauses genießen.“ Als Überraschung gibt es zusätzlich für jedes Kind in der Pause ein Getränk sowie zum Abschied ein Weggemännchen.

Immer wieder seien Rückmeldungen gekommen, dass die Kinder auch Wochen und sogar Monate später von dem Theaterbesuch schwärmen, erzählt Prömpeler weiter. Der Verein unterstützt und organisiert das ganze Jahr über Veranstaltungen für benachteiligte Kinder, wie etwa die Verteilung von Tierparkkarten an jene, die nicht in den Sommerurlaub fahren. „Ich finde, dass das eine sehr schöne Sache ist, viele Kinder unserer Schule waren noch nie im Theater“, bestätigt Anja Schmithüsen, Schulsozialarbeiterin an der KGS Passstraße. Fast jedes Jahr besucht die Grundschule mit mehr als 200 Kindern aus 33 Nationen zu Weihnachten das Theater. Im Unterricht werden die Stücke altersgerecht vor- und nachbearbeitet.

Nur darauf, dass keine Chips verteilt werden, wurde niemand vorbereitet. Spätestens das Weggemännchen wird hier wohl entschädigt haben.

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Weihnachtsklassiker aus der ganzen Welt

Musikhochschule hatte zum Konzert zugunsten des Nele und Hanns Bittmann-Hilfsvereins in den Kammermusiksaal eingeladen

Von Rauke Xenia Bornefeld / Foto: Andreas Steindl

Musikhochschule

Aachen. „Alle Jahre wieder…“ – zumindest zum vierten Mal und damit in rheinischen Gefilden doch schon als Klassiker einzuordnen, wie Direktor Professor Herbert Görtz zufrieden feststellte – ruft der Standort Aachen der Hochschule für Musik und Tanz Köln in der Adventszeit die musikbegeisterten Aachener in ihren Kammermusiksaal am Theaterplatz. Ein weihnachtliches Programm, gestaltet von den Musikhochschülern, soll die Besucher zu großzügigen Spenden für den „Hanns und Nele Bittmann-Hilfsverein“ animieren.

Nicht nur Letzteres ist gelungen. Die Musikhochschüler – in diesem Jahr vorwiegend Gesang- und Gitarrenstudierende – bescherten dem voll besetzten Auditorium am zweiten Advent einen besinnlichen Abend mit Weihnachtsliedklassikern aus vielen Teilen Europas.

Über Text hinweghören

„Kommet ihr Hirten“, „Stille Nacht“, „Leise rieselt der Schnee“, „Morgen Kinder wird’s was geben“, der „Coventry Carol“ und „Jésus nait tendre et blême“ gehören alle zu den traditionellen Liedern, die auch in vielen Haushalten ohne Musikstudierende gesungen und gespielt werden. Doch das Niveau ist natürlich nicht das gleiche. Marcel Oleniecki (Tenor), Rosha Fitzhowle, Julie Phan (beide Alt), Daniella Sarabia (Sopran) und Donghyun Lee (Bass) zeigten zusammen mit den Gitarrenschülern von Chef-Organisator Professor Hans-Werner Huppertz Martina Gruber, Farsan Rahvari, Nikolai Studenikin und Niklas Halm, wie anrührend, lustig und zu Herze gehend die bekannten Lieder sein können. Bei der inbrünstig-humorvollen Darbietung von „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ durch Donghyun Lee ließ sich sogar über den doch recht kriegsverherrlichenden Text des Liedes hinweghören.

Andere musikalische Leckerbissen lieferten zudem Gitarrist Rahvari mit der „Grande Ouverture“ von Mauro Giuliani, die Sopranistin Dabin Choi mit den Kunstliedern „Christbaum“ und „Die Hirten“ von Peter Cornelius (begleitet durch Prof. Görtz am Flügel) sowie Violinist Iseon Kim mit der Allemande und der Sarabande aus Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 2 d-moll (BWV 1004).

Als schließlich Tenor Oleniecki zusammen mit Martina Gruber an der Gitarre in bester Bing-Crosby-Manier zu guter Letzt „I’m dreaming of a white Christmas“ anstimmte, war die Weihnachtsstimmung perfekt – was sich schließlich auch am hauptsächlich raschelnden Inhalt der Spendenbüchsen widerspiegelte.

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Einhard-Kinder mit Rekorderlös beim Basar

Jubiläumsjahr am Gymnasium in Burtscheid: 6500 Euro Spenden für den guten Zweck. Nele und Hanns Bittmann-Hilfsverein freut sich genauso wie der Bunte Kreis. Sogar die eigenen Hoffnungen wurden übertroffen.

VON CLAUDIA HEINDRICHS - Aachener Zeitung

Basar

Aachen. Die Euphorie war selbst eine Woche später noch groß: „Es war ein voller Erfolg!“, freute sich Tu Phuong Brendel, Mitglied des Organisationsteams des Weihnachtsbasars am Einhard-Gymnasium. „Dank der engagierten Kinder, der vielen helfenden Eltern und der fast 2000 Besucher haben wir es geschafft, das Jubiläumsjahr zu etwas ganz Besonderem zu machen“, sagte sie bei der Spendenübergabe.

Die Organisatoren des Weihnachtsbasars hatten auf Einnahmen von rund 5000 Euro gehofft – 6500 Euro sind es dann tatsächlich geworden. „Das ist eine neue Rekordsumme“, erklärte Brendel. Nicht nur sie, auch die Schüler, die wochenlang gebastelt und ihre Waren angeboten haben, waren von der unerwartet hohen Summe begeistert. Das Ganze war schließlich für den guten Zweck.

Das würdigte auch Oberbürgermeister Marcel Philipp, der es sich nicht nehmen ließ, bei der Spendenübergabe persönlich vorbeizuschauen. „Es ist toll, dass sich bereits mehrere Generationen von Schülerinnen und Schülern für soziale Projekte in der Region einsetzen. Solch großes, soziales Engagement sollte es in Aachen öfter geben“, sagte Philipp.

Für die beiden bedachten Aachener Vereine lieferte die Rekordsumme ebenfalls Grund zur Freude. Norbert Strauch nahm als Vertreter des Vereins „Nele und Hanns Bittmann“ die eine Hälfte der Spendensumme entgegen. Monika Janssen war glücklich, den Teilerlös für den „Bunten Kreis“ entgegennehmen zu dürfen. Die beiden Organisationen setzen sich für Kinder und Familien in Not in der Städteregion Aachen ein. Insofern hat der große Erfolg des Weihnachtsbasars unter dem Motto „Kinder basteln für Kinder in Not“ erneut dazu beigetragen, dass kranken und hilfsbedürftigen Kindern direkt vor Ort geholfen werden kann. „Weiter so!“, sagte der OB zu strahlenden Gesichtern von stolzen Einhard-Schülern.

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Ein runder Geburtstag, den keiner will (Schulbuchfonds)
Seit zehn Jahren unterstützt der Schulbuchfonds Familien, die bei der Finanzierung von Lernmaterialien an ihre Grenzen kommen

 

Thomas mit Spende
Wenn das Geld für Lernmaterialien nicht reicht, springt der Schulbuchfonds ein: Mit der unbürokratischen Hilfe sind Norbert Strauch vom Verein "Nele und Hanns Bittmann" (hinten links) und Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule der Stadt (Mitte hinten) zufrieden. Die Hilfe kommt nicht nur den Schülern der Gesamtschule Brand zugute.F oto: Michael Jaspers

Aachener Zeitung / Von Annika Kasties und Lea Pohlmann

Aachen. Es gibt runde Geburtstage, bei denen laut die Korken knallen und groß aufgetischt wird. Und es gibt Geburtstage, bei denen man sich kopfschüttelnd fragt, warum dieser Jahrestag überhaupt noch nötig sein muss. So war Norbert Strauch vom „Nele und Hanns Bittmann – Hilfsfonds für Kinder in Not“ gestern auch eigentlich gar nicht zum Feiern zumute. Und das, obwohl der Verein seit nunmehr zehn Jahren zusammen mit der Stadt Aachen bedürftige Kinder und Jugendliche mit dem Schulbuchfonds unterstützt.

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 38  000 Euro hat der Verein seit 2007 investiert, um Familien, die den erforderlichen Eigenanteil bei der Beschaffung von Schulbüchern nicht leisten können, mit Atlanten, Übungsheften oder Klassikern der deutschen Literaturgeschichte auszustatten. Aktuell liegt der Eigenanteil für Lehrmittel bei 30 Euro im Jahr, wie Andreas Lux, Schulleiter der Gesamtschule Brand, gestern bei der offiziellen Zwischenbilanz des Schulbuchfonds mitteilte. Eine Summe, die immer mehr Familien Kopfschmerzen bereitet.

Die Zahl der Bedürftigen nimmt zu

Dass die Zahl der Bedürftigen seit Jahren steigt, beobachtet Hedwig Werner, Schulsekretärin der Gesamtschule Brand. Auf ihrem Schreibtisch landen die Anträge der Eltern, die nicht wissen, wie sie das neueste Workbook für den Englischunterricht bezahlen sollen. Im vergangenen Jahr nahmen an der Gesamtschule insgesamt 87 Kinder den Schulbuchfonds in Anspruch. Im laufenden Jahr sind es bereits 88. Zum Vergleich: 2016 wurden in ganz Aachen 199 Kinder und Jugendliche mit insgesamt 3788 Euro unterstützt, seit Januar waren es bereits 123 Schüler. Eine Erklärung für diese Entwicklung sieht Lux in den Biografien der Familien, die zunehmend „schwieriger und komplexer“ werden. Sei es der Oberstufenschüler, der aufgrund problematischer Familienverhältnisse aus dem Elternhaus ausziehen muss und plötzlich auf sich allein gestellt ist. Oder die alleinerziehende Mutter von drei schulpflichtigen Kindern, die alle im selben Jahr auf Klassenfahrt fahren. „Da kommt einiges zusammen“, sagt Lux und ergänzt: „Unbürokratische Hilfe ist daher Gold wert.“

Dass bedürftigen Familien in Aachen seit zehn Jahren auf ebenjene „unbürokratische Weise“ geholfen werde, sieht Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, als großen Erfolg. Denn nicht nur Kindern, die Leistungen nach dem Bildungs- und Teilhabepaket beziehen, werde geholfen. Schließlich existiere Armut nicht nur in den Familien, die einen Hartz-IV-Bescheid vorweisen können. Auch die Schüler der Gesamtschule Brand bewerten das Konzept des Fonds sehr positiv. „In der Schule geht es darum, dass wir alle etwas lernen, und das sollte nicht vom Einkommen der Eltern abhängen“, sagt Johann Houben, Schülersprecher der Gesamtschule Brand. „Es ist wichtig, dass Kinder nicht benachteiligt werden.“

Um diesen Bedarf auch weiter decken zu können, hat der Verein „Nele und Hanns Bittmann“ den Schulbuchfonds im April um weitere 10 000 Euro aufgestockt. Für Strauch steht dennoch fest: „Dass man an dieser Stelle tätig werden muss, ist kein Grund zum Feiern“, wenn auch die Zusammenarbeit mit der Stadt ausgesprochen gut verlaufe. Ein bisschen Grund zum Feiern besteht also auch bei runden Geburtstagen, die eigentlich keiner haben will.

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